DAS ENDOCANNABINOID-SYSTEM

Es gibt Menschen, die ihre komplette Freizeit der psychoaktiven Wirkung der Cannabispflanze huldigen. Andere wiederum nutzen die Wirkstoffe des Hanf unter Anderem die regulierende CBD-Wirkung im Körper oder über die Haut. Und manche erreichen nach über 50 Jahren seit der Entdeckung des CBD mit den neuen Medikationen eine echte Erleichterung ihrer Krankheitssymptome, dies jedoch mit viel weniger Nebenwirkungen als mit ihrer herkömmlichen Therapie.

Cannabis funktioniert für uns nur, weil unser Körper ein biologisches System mitbringt, welches mit den einzelnen Stoffen der Cannabispflanze (Phytocannabinoide) beeindruckend gut interagieren kann. Jedes Wirbeltier verfügt über diesen körpereigenen Regulator lebenswichtiger Prozesse. Überall in unserem Körper befinden sich die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2. Diese Cannabinoid-Rezeptoren werden durch die Endocannabinoide (endo=innen, hier: körpereigen produziert) aktiviert. Am Ende der Nervenzellen, am synaptischen Spalt, wo Signale an die nächstanliegende Synapse chemisch weiter übermittelt werden, sind CB1- und CB2-Rezeptoren zu finden.


Das System ist denkbar simpel und komplex zugleich. Die das Signal zur Weiterleitung empfangende Zelle schüttet Endocannabinoide aus, um einer Überaktivität mancher Stoffe (Neurotransmitter) hemmend entgegen zu wirken, man spricht von einer antagonistischen Wirkung. Das Endocannabinoidsystem hemmt also bspw. im zentralen Nervensystem etwaige überaktive
Neurotransmitter, wie Dopamin, Glutamat, Noradrenalin, Serotonin und hilft auf diese Weise das chemische Gleichgewicht im Kopf zu halten.
Die Zufuhr von Pflanzencannabinoiden, wie CBD oder THC – als die zwei bekannten Hauptakteure des Cannabis, kann somit überhaupt erst regulierend wirken.